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Filed under: Gesellschaft

re:publica ACTION - Preview & Tickets #rp12 - Review #rp11

Schon 2010 zeichnete sich ab, dass sich zunehmend mehr Menschen für die Themen der Konferenz über Blogs, Social Media und die digitale Gesellschaft ineressieren. Die fünfte re:publica XI dieses Jahr machte dann mit insgesamt 3.000 Teilnehmern in einigen Sessions die Grenzen von Friedrichstadtpalast, Kalkscheune und Quatsch Comedy Club deutlich.

Dafür wurde das Networking intensiviert, sehr schön in Worte gefasst im re:publica 2011 Review von casowi:

Das Wertvollste waren auch diesmal die Gespräche und Begegnungen am Rande: Entwicklungs-Updates mit Uralt-Kollegen, Intensiv-Geherze mit Twitter-Freunden, Endlich-Live-Austausch mit beschnupperten 140-Zeichen-Vertrauten und die „Kennt-Ihr-Euch-eigentlich?“-Vorstellungen mit manchmal sehr berührenden Menschen.  (->casowi)

2012 beherbergt der umgebaute Paketbahnhof STATION Berlin die Konferenz über Blogs, Social Media und die digitale Gesellschaft vom 2. bis 4. Mai.

In der bisherigen Location verspürte ich als Teilnehmerin besonders in der Kalkscheune eine angenehme "familiäre Atmosphäre". Ich bin gespannt, ob und wie sich dies in die Bahnhofshallen hinüberretten lässt.

Motto der re:publica 2012: ACTION!

ACTION! bedeutet für uns auch, dass sich die Bedeutung der digitalen Gesellschaft in vielen gesellschaftlichen Bereichen manifestiert hat.

Und so wird das kommende Programm der re:publica 2012 mit internationalen Gästen besetzt sein, die auch außerhalb der Politik zur Tat schreiten. Die technische Erneuerungen voran treiben, Themen wie Bildung, Mobilität oder Finanzen überdenken, interaktive Designs und Spiele entwickeln, gesellschaftliche Denkmuster auf den Kopf stellen, klassische Berufe digital aufpimpen und im Zuge der DIY-Bewegung den Holzweg neu definieren. (->re-publica.de)

Tickets zur re:publica 2012 gibt es ab jetzt hier:

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Hashtag: #rp12

Ein paar meiner Vortrags-Highlights der re:publica 2011

Wir sind der Urheber. Geistiges Eigentum vs. Kreativität 2.0 - Till Kreutzer

Changing the World, One Map at a Time - Patrick Meier

ICONS Eine ikonografische Profilbildanalyse der deutschen Digitalszene - Kixka Nebraska

Facebook für Unternehmen - Stefan Pfeiffer / Arnd Layer

Spiel das Leben: Gamification zwischen Hype und Hoffnung - Sebastian Deterding

Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem - Gunter Dueck

Blogger_innen im Gespräch - mit Julia Probst, Katrin Rönicke, Richard Gutjahr, René Walter, Philip Banse 

Hier gibt es mehr zu Vorträgen der re:publica 2011

Unsere europäischen Nachbarn in UK...

Eine kleine Nachhilferunde für uns Kontinentaleuropäer, die oft mit den korrekten Bezeichnungen Vereinigtes Königreich, Großbritannien und England hadern...

Tipp: Wem das hier zu schnell abgespult wird, im Blog von C.G.P.Grey kann der Text zum Video nachgelesen werden ;)

Studie: Jugendliche treffen sich gerne live - Internet Platz 2 der Freizeitaktivitäten

Na bitte, alles nicht so wild wie es gerne dramatisiert wird: Das Internet ist die zweitliebste Freizeitbeschäftigung deutscher Teenager, wesentlich beliebter sind reale Treffen mit Freunden. Das hat eine repräsentative Erhebung des Verbands Bitkom ermittelt.

Obwohl so gut wie alle Teenager das Internet nutzen, sind ihnen Unternehmungen mit Freunden wichtiger. Die meisten Jugendlichen wissen das Web offensichtlich sinnvoll einzuordnen.
Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Präsident des Bitkom

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Unterschiede zwischen Mädels und Jungs

Abgesehen von Treffen mit Freunden und der Nutzung des Internets ermittelte die Studie deutliche Unterschiede zwischen den Freizeitaktivitäten von Mädchen und Jungen:

Mädchen:
  • Musik- und Radiohören (31 versus 21 Prozent) 
  • Lesen (28 versus 14 Prozent)
Jungen:
  • Sport (44 versus 29 Prozent) 
  • Computer- und Online-Spiele (36 versus 10 Prozent)

Transparenz vs. Anonymität #Infografik

Zwei extrem vereinfachende und diametral entgegenstehende Positionen zum Umgang mit Transparenz und Privatheit im Internet veranschaulicht diese Infografik. Sie bringt jedoch auf den Punkt, was letztlich jeder entscheidet, wenn er/sie sich im Internet und Social Web tummelt:

  • Präsentiere ich mich mit realem Namen
  • oder
  • Präsentiere ich lediglich meine Aktionen oder Gedanken, verberge aber meine Identität hinter Pseudonym

Die Entscheidung ist sicher von vielen Parametern beeinflusst wie die persönliche/berufliche Situation oder das jeweilige Land, in dem man lebt. Es ist meiner Meinung nach keine ausschließende Entscheidung zwischen den hier zugespitzten Polen. Aber zur Verdeutlichung und zur Bewusstmachung und Auseinandersetzung mit dem Thema Privatheit ist es eine gute Grafik!

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Weltweites Bienensterben - Petition zeichnen! (#SaveTheBees)

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Petition zum Schutz der Bienen (und anderer Insekten):

"Wir rufen sie dazu auf, die Verwendung von Pestiziden der Gruppe der Neonicotinoide zu verbieten, solange deren Sicherheit nicht durch unabhängige, wissenschaftliche Untersuchungen bewiesen ist. Das katastrophale Bienensterben könnte unsere gesamte Nahrungskette in Gefahr bringen. Wenn sie nun umgehend die nötigen Vorkehrungen treffen, können die Bienen vor dem Aussterben bewahrt werden."

Infos zu den in der Petition erwähnten Chemikalien siehe de.wikipedia.org/wiki/Neonicotinoide

Hier geht es zur deutschsprachigen Fassung der Petitiion

Geek 2010: So sehen Teenager heute Computer, Internet, Handys... (+ Danke an Wikipedia)

Lese ich zur Weihnachtszeit über Wunschlisten von Kindern, fällt mir auf, wie stark sich das Verhältnis zu Technologien im Alltag verändert hat. Das macht auch die jüngst veröffentlichte Studie Jugend, Information, (Multi-)Media (JIM) deutlich. Schauen wir uns nur mal an, welche elektronische Geräte Teenager in Deutschland heute zur Verfügung haben:  

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Als Teenager der 70/80er Jahre brachte mein persönlicher Freundeskreis immerhin nahezu durchgängig Fernseher im Haushalt und vielleicht das TV-Videospiel Pong an den Start. Sehr verbreitet waren die programmierbaren Taschenrechner von HP mit Magnetkartenspeicher. Ganz verwegene Jugendliche der 80er speicherten auf Datasseten Programme für ihren zärtlich "Brotkasten" genannten C64 ab. 

Ein persönlicher Gadget-Vergleich

Vergleichen wir die in der Studien-Grafik genannten Technologien in der Reihenfolge wie häufig sie heutige Teenager nutzen damit, wann ich Zugang zu den jeweiligen Geräten im Laufe meiner Biographie hatte:

Handy
Festnetztelefon mit Schnur am Hörer war Standard in meiner Jugend (aber: ein Telefon für alle Familienmitglieder). Mein erstes Mobiltelefon schaffte ich mir Mitte der 90er im Laufe der Berufstätigkeit an. Zuvor freute ich mich über meinen Palm Pilot als elektronischen Begleiter für die Kontaktverwaltung, der auch den Taschenkalender in punkto Termine und Notizen ersetzte.

MP3 Player
Als Studentin hatte ich endlich einen Walkman, der Cassetten abspielte. Einen MP3-Player legte ich mir erst im Berufsleben zu.

Computer
Ein PC im Kinderzimmer war lange genauso verwegen wie ein eigener Fernseher! Meinen ersten Computer (PC-Klon) kaufte ich als Studentin gemeinsam mit einem Komilitonen -- ach ja: ohne Festplatte! Aber hey, mit 2(!) Floppy-Disk-Laufwerken. Für die erste 2-Tasten-Maus mussten stolze 299 DM hingeblättert werden.

Laptop
Wurde zunächst als Schlepptop zum begehrten Arbeitsgerät in der Berufstätigkeit.

Internet
Erst als ich an der Uni einen Großrechner gefunden habe, der angeschlossen war (FTP & Telnet -- WWW gab's noch nicht, auch Gopher kam erst später dazu).

Tragbare Spielkonsole
Mein Gameboy vertrieb mir im ersten Job die Langeweile auf langen Zugfahrten. Optik und Spielangebot waren um Dimensionen unterirdischer als es aktuelle Konsolen wie meine PSP bieten.

Always online?
Nicht wirklich: Mühsam per Akustikkoppler und FidoNet (Mailbox-Netzwerk) wurde in der Studienzeit der Austausch mit Kontakten in anderen Städten online gepflegt. Dann folgte im Berufsleben der 90er ein CompuServe-Zugang per Telefonverbindung zum nächstgelegenen Einwahlknoten. Je nach Wohnort ein kostenintensives Ferngespräch plus Online-Gebühren -- die "flat rate" war noch nicht erfunden!

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Und heute? Süsser die Handys nie klingen, als zu der Weihnachtszeit...

Genug der nostalgischen Betrachtung. Eine faszinierende Entwicklung hat besonders im letzten Jahrzehnt stattgefunden: MP3-Player haben sich rasant verbreitet, Handys legten eine enorme Entwicklung hin und das Internet ist in den Alltag von Jugendlichen eingezogen. War es früher ein Traum, dass das Internet aus jeder Steckdose kommt, ist es in der BRD inzwischen nahezu flächendeckend sogar mobil verfügbar.

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Anders als viele Erwachsene ist Technologie für heutige Teenager daher nichts besonderes: war doch schon immer da. Denn machen wir uns mal folgendes klar:

Für Teenager haben Mobiltelefone schon immer existiert
Ein Kind im 4. Schuljahr ohne Handy ist eine Rarität: Die Studie JIM 2010 - Jugend, Information, (Multi-)Media belegt, dass praktisch jeder Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren ein eigenes Handy besitzt. Auch die Eltern nutzen Mobiltelefone (durchschnittliche Anzahl von Handys im Haushalt: 4,0) -- unvorstellbar ist für Teenager, wie sich Menschen verabreden können, ohne per SMS oder Handy-Anruf letzte Details zum Treffpunkt abzuklären.

Für Teenager sind Computer, Musikabspielgeräte oder Telefone "portable" (tragbar)
Auf Platz 2 der Liste, welche Geräte Jugendliche ihr eigen nennen, folgt der MP3-Player. Einfach überall dabeizuhaben und ausgezeichnet unterwegs nutzbar. Genauso wie die weit verbreiteten tragbaren Spielkonsolen. Der Computer auf Platz 3 der elektronischen Geräte Jugendlicher ist eher ein Laptop als ein Desktop Computer. Es fällt auf: Diese Tools unterstützen die Mobilität der Teenager, sie sind einfach zu transportieren und damit stets verfügbar.

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Für Teenager sind "always on" und "flat rate" der Normalzustand
Etwa neun von zehn Jugendlichen nutzen regelmäßig (zumindest mehrmals pro Woche) das Internet. Chatten per Instant-Messenger, in Social Networks wie SchülerVZ oder Facebook bestimmt neben eMail und per Skype mit Freunden telefonieren die meiste Zeit der Nutzung. Das "always on" kostet heute "nur" eine flat rate-Gebühr, munter werden verschiedene Kanäle parallel genutzt. Das die elektronische Kommunikation und das Bereitstellen von Informationen im Internet Kosten verursacht ist nicht auf dem Radar der Jugendlichen - woher auch?

Für Teenager sind Produkt- und Unternehmensinformation schon immer online
So wie Jugendliche selber sehr online orientiert sind und sie zu vielen der Produkte, für die sie sich interessieren, im Internet Informationen finden können, ist dies der Normalzustand der Informationsbeschaffung seit sie mit der Maus klicken. Produktmarken auf ihren Social Media-Plattformen werden eher als Standard wahrgenommen, nicht als etwas Herausragendes, wie es von uns erwachsenen Marketeers gerne gefeiert wird.

Fazit: Der Geek von gestern ist quasi der Teenager von heute

Technologie-Nutzung, die noch vor zwanzig Jahren einen Computer-Geek kennzeichneten, ist heute Standard im Jugendzimmer. Mit dem feinen Unterschied, dass "old school Geeks" ein tieferes Verständnis für die von ihnen genutzten Technologien aufweisen.

Jedenfalls wird durch diese Betrachtung sicher verständlich, warum es für heutige Teenager nicht nachvollziehbar ist, wenn Produktanbieter, Shops oder künftige Arbeitgeber im Internet gar nicht oder mit schmalen "Web-Visitenkarten" vertreten sind...


Fotos: somadjinn / lusi / schnaibel @ sxc.hu • Chart: JIM 2010

PS: Dankeschön, Wikipedia!

Beim Schreiben dieses Artikels freut es mich, dass ich die quasi prähistorischen Gadgets auf Wikipedia beschrieben finde und so aufwandsarm dorthin verlinken kann. Zum Beispiel für diejenigen, die von den erwähnten Geräten keine Kenntnis haben, weil sie erst später mit Computern und Internet in Kontakt kamen. Damit diese freie Enzyklopädie weiterlebt, braucht sie Spenden. Helft dabei doch einfach mit:

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Logo: Wikipedia.org

Die Evolution der Blogosphäre (#Infografik von @Flowtown)

1994 markiert in der Inforgrafik von Flowtown die Anfänge der Weblogs - mehr Details liefert der Wikipedia-Eintrag Weblog.

Weitere Evolutionsstufen aus der Grafik sind z.B. Emo Blogger, Travel Blogger, Political Blogger, Tech Blogger, Apple Fan Boy Blogger, Gaming Blogger, Fashion Blogger oder Company Blogger...

"Next Generation Bloggers" sind Micro-Blogger , die beispielsweise auf der beliebten Plattform Twitter statt mit rund 12.000 Wörtern eines Weblog-Beitrags ihre Botschaft in 140 Zeichen kondensieren.

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Zitat Peter Kruse zu Politik 2.0

(...) Das Internet erbringt für alle Beteiligten - ob in Wirtschaft, Politik oder Privatleben - eine Verringerung der Kollaborationskosten und eine Steigerung der Geschwindigkeit jeglicher Form der Zusammenarbeit.
(...)
Das Prinzip freier Vernetzung und selbst organisierter Dynamik ist intelligent und für unsere Gesellschaft sinnvoll. Ob immer intelligent und sinnvoll ist, was inhaltlich im Internet läuft, ist eine andere Frage. Das Internet ist ein Kulturexperiment, das nicht ohne Risiken aber meiner Meinung nach ohne Alternative ist.
Prof. Peter Kruse in Das Internet ist ein Experiment ohne Alternative (Interivew)

 

Alles nur Marketing fürs Buch?

Heute morgen im SZ Magazin gelesen, warum das Sarrazin-Buch Deutschland schafft sich ab "seit zehn Tagen mit solcher Vehemenz als Debattenstifter in Erscheinung tritt" (Andreas Bernard / SZ-Magazin).
(...)Hat es das schon einmal gegeben, dass die beiden Leitmedien der Nachrichtenproduktion, die Bild-Zeitung und ihr seriös wirkender Zwillingsbruder, der Spiegel, in ganzen Artikelserien dasselbe Buch vorstellen? Der Effekt dieser konzertierten Aktion ist deutlich: "Deutschland schafft sich ab" stand schon vor dem Erscheinungstermin auf Platz eins in der Amazon-Verkaufsliste.(...)
via "Das verstehe ich nicht" @ sz-magazin.sueddeutsche.de